Detransition: Rückgängigmachen einer Geschlechtsumwandlung - BBC Newsnight
Ich habe keine Haare. Ich habe einen Bart. Mein ganzer Körper wurde verstümmelt. Wie zum Teufel soll ich wieder zu der Debbie werden, die ich einmal war?
Überblick
Debbie, der bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, lebte nach ihrer Transition mit 44 Jahren 17 Jahre lang als Transmann und unterzog sich einer Testosterontherapie sowie Operationen, darunter auch dem Aufbau eines Penis. Heute bereut sie die irreversiblen Veränderungen zutiefst und detransitioniert, wobei sie mit körperlichen und emotionalen Herausforderungen konfrontiert ist. Gemeinsam mit anderen in einem wachsenden Detransitionsnetzwerk weist sie auf den Mangel an Langzeitdaten, unzureichende psychische Unterstützung und die Notwendigkeit einer vorsichtigeren, evidenzbasierten Versorgung hin, bevor irreversible medizinische Schritte unternommen werden.
Vollständige Video-Zusammenfassung
Debbie, die bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurde, lebte 17 Jahre lang als Transmann nach einem späten Übergang, der im Alter von 44 Jahren begann. Nachdem sie eine Tagessendung über Frau-zu-Mann-Transgender gesehen hatte, erlebte sie, was sie einen „Heureka“-Moment nennt, und verfolgte schnell einen vollständigen medizinischen Übergang, einschließlich Testosterontherapie und dem Aufbau eines Penis mit Haut aus ihrem Unterarm. Sie änderte ihren Namen in Lee und glaubte, der Prozess würde sie zu „einer anderen Person“ machen und endlich „in der Welt akzeptiert“. Doch nach fast zwei Jahrzehnten beschreibt sie eine plötzliche, niederschmetternde Erkenntnis: „Das war ein Fehler; es hätte nie passieren dürfen.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte sie irreversible körperliche Veränderungen durchlaufen – männlichen Haarausfall, einen Bart, eine tiefe Stimme und umfangreiche chirurgische Narben – und steht nun vor der entmutigenden Frage: „Wie zum Teufel werde ich wieder die Debbie, die ich war?“ Sie befindet sich derzeit in der Betreuung einer NHS-Genderklinik, sagt aber, dass die Kliniker selbst unsicher sind, wie sie die körperlichen Auswirkungen der Behandlung, die sie einst bereitgestellt haben, rückgängig machen oder mildern können. Debbie verbindet ihre ursprüngliche Motivation mit sexuellem Missbrauch in der Kindheit, eine Erzählung, die sich in dem kleinen, selbstorganisierten Netzwerk von Detransitionierern wiederholt, das sich nun um Charlie Evans sammelt. Charlie, die sich seit dem Alter von 15 Jahren als männlich identifizierte, aber nie Testosteron nahm, gründete das Detransition Advocacy Network, nachdem sie sich auf einer Pride-Kundgebung öffentlich geäußert hatte. Sie sagt, dass sie von etwa 300 Menschen kontaktiert wurde, die meisten davon junge Frauen, die ebenfalls bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurden, homosexuell sind und oft gleichzeitig auftretende Erkrankungen wie Autismus, Essstörungen oder Depressionen haben. Viele erzählen ihr, dass sie „nicht in einem Zustand waren, in dem sie zustimmen konnten“, und stattdessen das Gefühl hatten, dass der Übergang als einziger Weg zur Erleichterung präsentiert wurde. Charlie betont, dass ihre Gruppe nicht „anti-trans“ ist, sondern sich einfach für Detransitionierer einsetzt, die sich von demselben medizinischen Weg im Stich gelassen fühlen, der sie einst bestätigte. Der Film unterstreicht, dass es keine zuverlässigen Daten darüber gibt, wie viele Menschen detransitionieren. Veröffentlichte Schätzungen reichen von „weit unter 1 %“ bis zu etwa 2 %, aber der Psychotherapeut James Caspian und die ehemalige GIDS-Klinikerin Anna Hutchinson weisen beide darauf hin, dass diese Zahlen aus fehlerhaften oder kurzfristigen Studien stammen und dass viele Detransitionierer einfach aus der klinischen Nachsorge verschwinden. Hutchinson beschreibt eine „doppelte Belastung“ für diese Gruppe: Sie tragen die lebenslangen medizinischen Folgen von Hormonen und Operationen, bleiben aber dysphorisch, und sie müssen dies ohne strukturierte Nachsorge tun. Die Dokumentation zeigt NHS-Kliniker in der Defensive; Dr. Elizabeth Van Horn erkennt die Notwendigkeit von Fällen wie Debbie an, besteht aber darauf, dass der Dienst bereits seine Protokolle überprüft, zum Beispiel indem er erwägt, das Alter für Pubertätsblocker zu erhöhen. Sie behauptet, dass umfangreiche qualitative klinische Erfahrungen das Fehlen langfristiger quantitativer Daten ausgleichen, aber der Interviewer fordert sie wiederholt heraus, weil sie nicht neugierig darauf ist, warum Überweisungen – insbesondere von jugendlichen Mädchen – sich in vier Jahren mehr als verdoppelt haben und warum über 75 % der Überweisungen unter 18 Jahren jetzt biologisch weiblich sind. Van Horn räumt ein, „wir wissen es nicht“, und gibt zu, dass es noch kein aktives Forschungsprojekt gibt, das diese demografischen Verschiebungen oder ihre langfristigen Ergebnisse verfolgt. Der Film stellt Detransitionierer als „eine verletzliche Gruppe innerhalb einer verletzlichen Gruppe“ dar und betont, dass ihre Geschichten nicht als Waffe verwendet werden sollten, um Transpersonen die Pflege zu verweigern, sondern eine bessere Beweissammlung und ganzheitlichere psychische Gesundheitsunterstützung fördern sollten. Debbies abschließender Wunsch ist flehentlich pragmatisch: dass Östrogen vielleicht etwas von ihrem Haar wiederherstellen und ihren Bart weicher machen könnte, dass der NHS einen Weg finden wird, ihr zu helfen, wieder als Debbie zu leben, und dass zukünftigen Patienten eine langsamere, explorativere Therapie angeboten wird, bevor sie irreversible Veränderungen vornehmen.